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13.07.2011

Challenge Roth 2011, Staffelstart Rad

Ein langer Weg wars... exakte 4.768 Radkilometer als Vorbereitung sollten hoffentlich reichen, um in der Radstaffel die Challenge mit einem vernünftigen Radsplit absolvieren zu können. Es wurde jetzt auch langsam Zeit, dass es los geht, weil mir teilweise schon die Motivation für lange Ausfahrten gefehlt hat. Da ich weniger mit Erfahrung punkten kann, hab ich mir vorher einige Tipps von erfahrenen Roth-Startern geholt. Auf meinen Puls soll ich achten, vor allem am Solarer Berg, andere Teilnehmer und deren Tempo ignorieren und nur mein Tempo durchziehen. Ich soll mich regelmäßig und nach festen Zeiten ernähren und bloß nicht losfahren, als wäre ich auf der Flucht.

Irgendwie hab ich´s geschafft, exakt nichts davon einzuhalten. Ich kann nicht mal sagen warum?!?! Immerhin hab ich nach ca. 15 km mal meinen Puls gecheckt, aber der war mit 172 Schlägen so hoch, dass das nicht stimmen konnte. Ich muss dazu sagen, dass das tatsächlich gelegentlich so war, wenn der Gurt ohne Feuchtigkeit direkt auf der Haut lag. Dass mein Garmin diesmal tadellos funktionierte wusste ich erst am Abend, nachdem ich die Auswertung hochgeladen hab. Auch kann ich mich erinnern, dass mir mein Verstand irgendwann mal gesagt hat, dass ich langsamer machen muss, weil mein Radschnitt schon zu vielversprechend aussah. Trotzdem hab ich nicht rausgenommen, weil ich mich eigentlich ziemlich gut gefühlt hab. Ich konnte auch noch nicht ganz abschätzen, wieviel Polster ich brauche, um trotz Kalvarien-, Kränzleins- und Solarer Berg noch meinen geplanten Schnitt halten zu können. Ich bin die Strecke im Vorfeld zwar mehrfach abgefahren, aber am Wettkampftag ist trotzdem alles anders. Am Solarer Berg zeigte die Uhr einen Schnitt von 37,2 km/h - das ist viel zu schnell gewesen. Selbst ein Schnitt von 36 km/h hätte eine Zeit um 5 Std. zur Folge gehabt und das war einfach nicht drin. Ich hab trotz aller Vorwarnungen überpaced!!

Im gleichen Moment gings dann eigentlich auch schon los. Kaum den Solarer Berg bezwungen und unterwegs in Richtung Buchstaller hab ich nicht mehr den gewünschten Druck aufs Rad bekommen, aber anfangs denkt man sich da nichts bzw. versucht es zu ignorieren. Am Schwimmstart vorbei gehts ja ein  kleines Stück bergab und da versuchte ich wieder zu Kräften zu kommen. Bis dahin hat das mit der Ernährung ganz gut funktioniert, aber der Schluck aus der mit Gels gefüllten Flasche wurde immer zäher. Die nächsten 15 km hab ich deutlich an Geschwindigkeit rausgenommen, in der Hoffnung, nach kurzer Erholungsphase, wieder Fahrt aufnehmen zu können. So recht wollte mir das aber nicht gelingen.

Ich hab mich eigentlich nur noch in 10 km Etappen fortbewegt, weil mir das irgendwie einfacher vorkam. 8 x 10 km sind ja bekanntlich auch 80 km und die hatte ich noch vor mir. Ich bin auch nur noch sehr sporadisch in Aeroposition gefahren, weil die  Nackenmuskulatur nicht mehr so wollte wie ich. Ich hatte mich eigentlich schon damit abgefunden mal wieder Lehrgeld bezahlen zu müssen...

Die Strecke war bei meiner zweiten Runde auch deutlich leerer – immerhin war Andi Raelert da schon längst auf der Laufstrecke. Ich hätte auch lieber ihm zugesehen :) Einfacher macht es das nicht, aber meine treuen Fans haben immerhin auf mich gewartet :) An der Stelle sei erwähnt, dass ein Solarer Berg wirklich nichts gegen ein bekanntes Gesicht am Straßenrand ist – merkt euch das! Im Wettkampf kommt da vielleicht nicht so viel zurück, aber jeder Teilnehmer ist euch für jedes Gebrüll sehr dankbar!!! Meine Mutter hat in aller Aufregung sogar mal „Mirko“ zu mir geschrien… „Ja Mama, ich richte es ihm aus, aber ich muss dann jetzt mal weiterfahren!“ :)))

Ich schleppte mich noch irgendwie ins Ziel… In einer Zeit von 5:20 Std. kam ich in der Wechselzone an und übergab den Transponder – leider 5 Minuten über meiner Planzeit, aber mehr war einfach nicht drin. Es war mal wieder ein Charakter-Wettkampf! Ich spürte ganz deutlich dieses „Ich mach das nie wieder“-Gefühl, von dem ich schon so oft aus dem Bekanntenkreis gehört hatte und dennoch bin ich mir heute sicher, dass ich beim 11. Challenge Roth alleine durch das Zieltor laufen möchte.