Du trainierst zwischen 15 und 25 Stunden in der Woche, verzichtest auf Party und Alkohol und achtest auf deine Ernährung, während all deine Freunde zum Feiern gehen oder sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen....du setzt dir Ziele und wünscht dir, dass am Tag X alles klappt.... Mein großes Ziel für meine 4. Langdistanz war es, unter 9:30 Stunden zu finishen. Daher habe ich mir diesmal fest vorgenommen, beim Schwimmen etwas rauszunehmen und das umzusetzen, was ich meinen Schwimmschülern immer predige. „Lasst euch am Anfang Zeit und rollt das Feld von hinten auf!“
Also war ich zum ersten Mal nicht in der ersten Reihe, sondern mitten drin im Pulk. Das Problem hierbei war, dass ich beim Anziehen meines Neoprenanzuges einen ca. 20 cm langen Riss an der Hüfte verursacht habe und sich mein Neo mit Wasser füllte. Aber ich will nicht jammern, denn es blieb mir nichts anderes übrig, als diesen Riss einfach zu ignorieren. Bin dann die ersten 400 m wirklich so locker geschwommen, dass es mir fast ein bisschen zu langweilig wurde und ich mich entschloss, zur nächsten Gruppe aufzuschwimmen und mich dort in den Wasserschatten zu hängen.
Gut eingeschwommen war es mir schließlich dann auch dort zu langweilig. Daher orientierte ich mich weiter nach vorne und entdeckte ca. 50 m vor mir eine größere Gruppe. Diese schwamm ich dann an und stellte fest, dass diese Gruppe das ideale Tempo für mich hatte. Erst im Nachhinein bekam ich mit, dass ich ca. 30 min im Sog von Berlinda Granger schwamm :-)))
Als ich dann nach 51 Minuten aus dem Wasser stieg (neue Bestzeit), konnte meine Motivation nicht einmal durch einen leicht überhöhten Puls gestoppt werden. Am Solarer Berg stellte sich dann jedoch heraus, dass dies ein großer Fehler war!!! Es zwickte in den Oberschenkeln und die ersten Krämpfe machten sich bemerkbar! :-(( Hier nochmal ein mega Dankeschön an Matthias Schüler, der Gott sei Dank an der Strecke stand und mir eine Trinkflasche mit Cola gefüllt reichte!!!! Leider hab ich es ca. 80 km lang nicht geschafft die Krämpfe in den Griff zu bekommen, so dass ich nicht nur jeden Berg, sondern auch auf der Ebene ca. alle 8 km fast bis zum Stillstand kam, um mich mit leichten Massagen, Salz, Magnesium und Cola zu versorgen!!!
Erst nachdem ich das zweite Mal nach ca. 160 km den Solarer Berg bewältigt habe, ließen die Schmerzen nach. Doch ich wollte nichts riskieren und beschloss daher, locker nach Roth zur zweiten Wechselzone zu fahren. Als ich dort auf die Uhr sah, stellte ich fest, dass ich trotz der Krämpfe immer noch auf Kurs war. Und da mir Matthias Schüler erneut gut zugeredet hat und meinte, dass ich die Krämpfe beim anschließenden Marathon evtl. überhaupt nicht spüren werde, war ich fest entschlossen, meine Wunschzeit doch noch zu erreichen!
Und siehe da, ich konnte den ersten Kilometer in 4:22 Minuten laufen und war wieder motiviert! Also hieß es jetzt Zähne zusammenbeißen und den Marathon einfach so locker es geht durchlaufen.
Als ich dann an der Lände bei Km 5 noch meine Familie und meine Freunde sah, war ich so beflügelt, dass ich bis km 25 absolut keine Probleme hatte. An dieser Stelle danke ich nochmal Tom und Yve, die Extra aus Köln und München nach Roth kamen, um mich anzufeuern!!! Vielen Dank!! Man kann nicht beschreiben, wie viel Kraft es einem gibt, in so einem Moment seine besten Freunde und seine Familie zu sehen!!! Leider hielt die Kraft nur bis Km 25 und ich schaffte es tatsächlich, auf den letzten 17 km noch 20 Minuten zu verlieren.
Daher war meine Euphorie im Ziel leicht gedrückt. Heute kann ich allerdings sagen, dass es trotz der Anstrengung wieder ein mega Tag war und ich sicherlich, wenn auch nicht nächstes Jahr, nach Roth zurückkehren werde, um die 9:30 Stunden erneut in Angriff zu nehmen!!!
Ein riesen Dankeschön gilt hier auch noch Michael Janousch, der mich so gut wie jedes Wochenende ab 7 Uhr in der Früh bei allen Trainingseinheiten begleitet und motiviert hat. Michael hat vor einem Jahr mit Triathlon angefangen und ist dieses Jahr bei der Challenge als Staffelradfahrer an den Start gegangen. Dieser Bericht folgt in Kürze.
Euer Mirko