| Andre Kreisel | 06.09.2011 15:17 |
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Beiträge: 32 Angemeldet seit: 23.12.2010 | World Police & Fire Games - Toughest Competitor AliveHier mal ein Erfahrungsbericht zu meiner Teilnahme bei den World Police & Fire Games. Da der Toughest Competitor Alive (TCA) eine extra für die Spiele erstellte Disziplin ist, werde ich hier ausführlich auf alles eingehen. Also viel Spaß beim lesen :-) Zum Hintergrund, die World Police & Fire Games sind eine Olympiade für Polizei und Feuerwehr und mit über 10000 Teilnehmern aus allen fünf Kontinenten der Erde die zweitgrößte Sportveranstaltung der Welt. Neben den olympischen Disziplinen gibt es auch Spezialdisziplinen wie den TCA. Hierbei werden an einem Tag acht Disziplinen absolviert, um am Ende den "härtesten Teilnehmer" zu küren. Hier mal alle Disziplinen zusammen mit meinen Erfahrungen: 5000m Lauf: Zu Beginn stand ein 5 km Lauf auf dem Programm. Der Rundkurs lief durch einen Park in der Bronx/NY und war sehr sehr schwierig. Mit insgesamt neun Anstiegen ging es dauernd bergauf und bergab. Da ich zwischenzeitlich nicht wusste, wie viele Anstiege noch folgen würden, war es für den Kopf eine sehr große Belastung und für die Beine natürlich nicht weniger. Da ich jetzt nicht der klassische Läufer bin und 5000m auf Tempo für meine Verhältnisse zu lang sind, war ich mit der Endzeit von 18:51 für diese schwierige Strecke sehr zufrieden und ich verlor nicht zu viele Punkte auf die Spitzenläufer, die eine knappe Minute schneller waren. Kugelstoßen: Als ich 5 Wochen vor dem Wettkampf zum ersten mal überhaupt eine Kugel in der Hand hielt, waren meine Erwartungen hierfür nicht so hoch. Aber Dank der Hilfe von ein paar Kollegen (danke Finsch) konnte ich die Technik ein wenig erlernen und es reichte beim Wettkampf für 10,44 Meter. Denke für die kurze Zeit war das ganz ok und im Vergleich zum Rest war ich auch sehr gut dabei. 100 m Sprint: Für den Sprint war ich sehr optimistisch, da ich normalerweise locker unter 12 Sekunden laufe (ca. 11,5). Umso enttäuschter war ich, als ich letzten Endes mit 12,09 Sekunden ins Ziel kam. Aber da es dem Rest nicht besser ging, lag es wahrscheinlich zu einem großen Teil an den 5000m Lauf, der immernoch schwere Beine bereitete. Somit war ich mit diesem Ergebnis trotzdem ganz vorne dabei. 100 m Schwimmen: Jetzt kam meine mit Abstand schwächste Disziplin. Schwimmen!!! Wie ich es hasse. Und der Wettkampf hat mich diesbzgl. auch nicht umgestimmt. Mit 1:22:35 war ich von den Spitzenleuten weit abgeschlagen, aber da nur wenige der guten Schwimmer auch in den Disziplinen zuvor glänzen konnten, war ich nach dem Schwimmen in meiner Alterklasse immernoch auf Platz zwei. Jetzt war mir zum ersten mal klar, dass auf jeden Fall eine Medaille rausspringen musste, da nun nur noch für mich gute Disziplinen kamen. Aber trotzdem sollten meine weltklasse Schwimmtrainer nicht unerwähnt bleiben. Danke Stocki und Blei für eure Hilfe. Zumindest habt ihr das Maximale aus mir rausgeholt, nicht auszudenken was ich ohne eure Hilfe geschwommen wäre. Rope Climbing/ Seilklettern: Hier galt es ein 6,10m hohes Seil so schnell wie möglich zu erklimmen. Gestartet wurde im Sitzen, die Füße durften nach dem Start nicht den Boden berühren und auch nicht mit als Hilfe genommen werden. Natürlich hab ich das zuvor geübt, hatte aber keinen Anhalt wie lange ich für diese Strecke brauchen würde bzw. was ein gute Zeit ist. Ich hab mich dann erkundigt und erfahren, dass alles unter sieben Sekunden eine gute Zeit sei. Ich startete meinen ersten Versuch und obwohl es gefühlsmäßig etwas unrund lief, brauchte ich nur 5,79 Sekunden. Da war ich schonmal beruhigt, wusste aber, dass da noch mehr drin war. Deshalb nahm ich auch meinen zweiten Versuch in Anspruch und konnte mit 5,21 Sek. nochmal einen draufsetzen und wichtige Punkte sammeln. Bankdrücken: Beim Bankdrücken hatte man zwei Versuche sein maximales Gewicht zu drücken. Wobei man das Gewicht im zweiten Versuch nur nochmal versuchen oder erhöhen konnte. Das Gewicht zu reduzieren war nicht mehr möglich. Die Ausführung war auch relativ streng. Gewicht rausheben, auf Kommando nach unten und auf der Brust halten. Erst auf das "Press" der Kampfrichter durfte das Gewicht nach oben gedrückt werden. Obwohl ich in der Vorbereitung 140kg immer ohne Probleme gedrückt hatte und mir sicher war das auch wieder zu schaffen, entschloss ich mich auf Nummer sicher zu gehen. Ich begann mit nur 135kg, da ich bei einer Nullwertung komplett ausgeschieden wäre. Nachdem ich das geschafft hatte, hab ich im zweiten Versuch die 140kg auch problemlos gedrückt. Ich denke mal, es wären 145kg auf jeden Fall drin gewesen, aber die sichere Variante war mir doch lieber, zumal ich den direkten Konkurrenten in dieser Disziplin relativ überlegen war. Nach dieser Übung war ich dann zum ersten mal auf Platz eins. Klimmzüge: Die Klimmzüge mussten komplett ausgehängt werden und zwischen jeden Klimmzug musste eine Pause von drei Sekunden eingelegt werden, welche durch ein Signal angezeigt wurde. Ich fühlte mich sehr sehr gut und spürte kaum was von der Vorbelastung. Bis Klimmzug 32 konnte ich im dreisekunden Rhythmus durchziehen. Jetzt fing ich an, nur auf jedes zweite Signal zu ziehen, um ein wenig mehr Pause zu haben. Die Schmerzen in den Schultern wurden aber immer schlimmer. Bei Mitte 30 fing ich deshalb an, mich an nur eine Hand zu hängen um die andere auszuschütteln. So konnte ich immer wieder was draufsetzen und ging erst nach 46 Klimmzügen von der Stange. Dies waren sehr wichtige Punkte und fast schon die Vorentscheidung eine Disziplin vor Schluss. Hindernissparcours: Hierbei musste ein Dummy gezogen und meherer Wände, Hangelleiter und weitere Hindernisse bewältigt werden. Mit 1:13 Minuten war ich hier auch wieder sehr weit vorne. Im Anschluss, nach mehr als zwölf Stunden Wettkampf, folgte die Siegerehrung. Mit 6181,63 Punkten reichte es nicht nur für Gold in meiner Alterklasse, sondern ich hatte auch die meisten Punkte von allen über 300 Teilnehmern. Im Nachhinein habe ich noch erfahren, dass es sogar die höchste Punktzahl ist, die jemals beim TCA erreicht wurde. An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Luke bedanken. Er hat mich zu dem Wettkampf überredet und komplett meinen Trainingsplan entworfen. Außerdem hatte ich durch ihn sehr viele wertvolle Erfahrungen, da er bereits vor vier Jahren erfolgreich bei diesem Wettkampf teilnahm. Außer dem Trainings- u. Ernährungsplan betreute mich Luke die Tage unmittelbar vor und natürlich auch während dem Wettkampf, was sehr sehr wichtig war. Ohne ihn hätte ich nicht annähernd diesen Erfolg gehabt. Vielen Dank Luke. |
| Michael Janousch | 06.09.2011 15:37 |
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Beiträge: 28 Angemeldet seit: 26.04.2011 | Also Andi, erstmal auch hier herzlichen Glückwunsch und dicken Respekt zu GOLD!! Ohne die Leistung in den anderen Disziplinen nur annähernd schmälern zu wollen - 46 Klimmzüge mit Aushängen sind einfach krank!! :)) |
| Lukas Storath | 07.09.2011 11:15 |
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Beiträge: 55 Angemeldet seit: 24.03.2011 |
Ich war LIVE dabei - ein Augenschmaus !! Da wir in New York nicht viel Zeit zum Feiern hatten, denke ich das es angemessen wäre diese brachiale Leistung von Andre zeitnah in Nürnberg "nachzufeiern". Nochmal Hut ab du Animal !
vg lukas |
| Marius Schuhmann | 08.09.2011 13:07 |
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Beiträge: 9 Angemeldet seit: 26.04.2011 | Meinen Herzlichen Glückwunsch. Echt geil. In Nürnberg feiern... das klingt gut. Bin ich dabei ;-) |
| Ralf Müller | 10.09.2011 10:44 |
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Beiträge: 3 Angemeldet seit: 26.04.2011 | Glückwunsch zu der hammermäßigen Leistung!! Vielleicht bin ich in zwei Jahren auch am Start. Allerdings werden die 46 Klimmzüge ein Rekord für die Ewigkeit sein!! |
| Hanna Keller | 20.01.2012 09:57 |
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Beiträge: 5 Angemeldet seit: 19.01.2012 | Ich muss ehrlich sagen, dass ich bis jetzt noch nie etwas von den World Police & Fire Games gehört habe. Vielen Dank auf jeden Fall für deinen ausführlichen Bericht, das hört sich auf jeden Fall sehr spannend an. Ich finde es krass, dass ich das gar nicht kenne obwohl es doch angeblich die zweitgrößte Veranstaltung nach den olympischen Spielen ist. Ich freue mich schon sehr auf die Olympiade 2012, weil ich solche sportlichen Events einfach sehr faszinierend finde. Wann finden dann eigentlich die nächsten World Police & Fire Games statt und vor allem wo? Würde mir sowas auch gerne mal anschauen. |
| Andre Kreisel | 22.01.2012 22:11 |
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Beiträge: 32 Angemeldet seit: 23.12.2010 | Hallo Hanna. Die nächsten Spiele (WPFG) sind 2013 in Belfast. Sie finden alle zwei Jahre an unterschiedlichen Örtlichkeiten statt. Leider gibt es keine Übertragungen dieser Sportveranstaltung. D.h. bei Interesse musst entweder vor Ort sein oder dich damit begnügen, was danach bei YouTube zu finden ist. Viele Grüße |